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SPD-Gemeindeverband Holle

Wir in Holle

Das Hildesheimer Volksblatt

Seit 1889 wurde von der SPD in der Provinz Hannover, später Bezirk Hannover, die Tageszeitung „Volkswille – Organ für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung der Provinz Hannover“ verlegt. Hildesheim und Umgegend gehörten zum Einzugsgebiet des (Hannoveraner) „Volkswillens“. Hierhin wurde eine Ausgabe geliefert, in der die Lokalnachrichten aus Hannover durch Nachrichten aus Hildesheim ersetzt wurden.

Das Hildesheimer Volksblatt wurde erst am 01. April 1919 als „Bruderorgan“ gegründet und trug den Untertitel „Organ für die Interessen der werktätigen Bevölkerung der Kreise Hildesheim, Marienburg, Alfeld, Gronau und Umgebung“. Verlegt wurde es vom SPD-Unterbezirk Hildesheim.

In der Ausgabe vom 15. April 1919 des Hildesheimer Volksblattes findet sich folgender Eintrag: „Hildesheim, 14.4.1919. An die Genossen aus Stadt und Land! Der lang gehegte brennende Wunsch aller Parteigenossen, ein eigenes Parteiorgan zu besitzen, ist für unseren Kreis in Erfüllung gegangen. Bei dem äußerst schwierigen Stande unseres Wirtschaftslebens war es durchaus nicht leicht, ein Unternehmen zu schaffen, das uns nach jeder Richtung hin Freude macht....“ (Stadtarchiv Hildesheim/Bestand 500, Hildesheimer Volksblatt, 15.04.1919)
Zweieinhalb Monate später, in der Ausgabe vom 1. Juli 1919, wurde mit Stolz berichtet: „An unsere Leser! Die ersten Nummern unseres Blattes im neuen Kleide sind heraus! Ueberall haben wir Anklang gefunden und Freude gemacht...“ (Stadtarchiv Hildesheim/Bestand 500, Hildesheimer Volksblatt, 01.07.1919)

Der Erfolg und Stolz währte bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und der Zerschlagung der Parteien, Organisationen und Unternehmungen der Arbeiterbewegung.
Am 27. Februar 1933 erschien die letzte Ausgabe des Hildesheimer Volksblattes. „Ohne ausdrücklich das unmittelbar bevorstehende Ende anzukündigen, wies die fett und groß gedruckte Zeile: ´Wir kommen wieder!` deutlich auf die Bedrohung hin.“
(Raffert, Joachim, M.d.R. im Reichstag für und aus Hildesheim 1867 – 1933, Hildesheim 1999, S. 306)
Am 12. März 1933 wurde das Haus des Hildesheimer Volksblattes von SA und SS besetzt. „Die Verfolgung hatte früh eingesetzt. Am Tag der Gemeindewahl – Sonntag, 12. März 1933 – stürmten SA und SS das Haus des ´Volksblattes`, verprügelten Mitarbeiter, richteten aber wenig materiellen Schaden an. Schließlich sollte das Verlagshaus an der Ecke Wilhelmstraße/Bankplatz (heute: Jan-Pallach-Straße/Angoulémeplatz), das besetzt gehalten wurde, bald vom ´Hildesheimer Beobachter` übernommen werden.“ (ebd.)

Sahi-500-hivo-1920-06-02
Stadtarchiv Hildesheim, Bestand 500/Hildesheimer Volksblatt 02.06.1920
Sahi-500-hivo-1921-02-17
Stadtarchiv Hildesheim, Bestand 500/Hildesheimer Volksblatt 17.02.1921

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