Seit über einem Jahr ist der neue Gruppenraum-Anbau am Kindergarten Sottrum bezogen, doch ein angemessenes Außengelände für die inzwischen zwei Kindergartengruppen mit bis zu 50 Kindern gibt es bis heute nicht. Die SPD Sottrum übt deutliche Kritik an dem, was sie als jahrelanges Missmanagement in Sachen Kindergarten-Erweiterung bezeichnet, und fordert die Gemeinde auf, endlich zu handeln.

Eine Chronik des Stillstands

Was gut geplant schien, entwickelte sich zu einem Lehrstück kommunaler Verzögerung: Bereits 2020 hat der SPD geführte Gemeinderat unter Klaus Huchthausen rechtzeitig einen Beschluss gefasst und noch vor den letzten Kommunalwahlen 2021 das angrenzende Grundstück gekauft, um einen weiteren Gruppenraum anzubauen. Erste Planungen lagen zu diesem Zeitpunkt bereits vor. Doch statt nun zügig den Bau umzusetzen, vergingen weitere zwei Jahre nach Schwierigkeiten mit der Baugenehmigung.
Erst im Herbst 2023 wurde überhaupt mit dem Bau begonnen. Im Frühling 2024 geriet die Baustelle dann vollständig ins Stocken: Der Rohbau stand ein halbes Jahr still, es fehlten Handwerker, weitere Verzögerungen folgten. Erst im Juni 2025 konnte der neue Anbau schließlich bezogen werden, allerdings auch dann nicht ohne weitere Schwierigkeiten. In der Zwischenzeit verursachte der angemietete Container für die 2. Gruppe horrende Kosten. Allgemein werden die Verzögerungen zu hohen zusätzlichen Kosten führen, die so nie eingeplant waren.

Außengelände: Brachfläche statt Spielgelände

Während der Innenausbau nach langem Ringen abgeschlossen wurde, scheint die Gestaltung des Außengeländes komplett aus dem Blick geraten zu sein. Bis heute fehlt ein Zaun zum neuen Parkplatz hin, das Gelände liegt weitgehend brach. Für zwei Kindergartengruppen mit bis zu 50 Kindern ist das vorhandene Außengelände, dass sich mit Baubeginn schon verkleinert hatte, damit nach wie vor deutlich zu klein. Auch der Ortsrat befasste sich daher regelmäßig mit der Thematik, doch bis heute herrscht stillstand.
Besonders bezeichnend: Bereits seit 2022 fehlt sogar eine funktionierende Schaukel. Sie war durch die Sicherheitsprüfung gefallen, ein Ersatz wurde bis heute nicht aufgestellt.
„Hier muss endlich etwas passieren!“ so Wolfgang Beckhold (SPD), ehemaliger Ortsbürgermeister von Sottrum. Er und sein Bruder Heiner Beckold (ehem. SPD Ortsratsmitglied) verfolgen die Entwicklung am Kindergarten von Beginn an und machen ihrem Unmut über die lange Hängepartie deutlich Luft.

SPD-Kandidierende fordern Bewegung

Auch die Kandidierenden für den Ortsrat Sottrum, Daniela De Rosa und Alexander Flath, wollen sich dafür einsetzen, dass sich dieser aus ihrer Sicht unhaltbare Zustand endlich ändert. Kinder hätten ein Recht auf ein attraktives Außengelände, um sich mit Bewegung und körperlichen Herausforderungen ausprobieren zu können. Dieses Recht werde den Sottrumer Kindern seit Jahren vorenthalten. Die SPD Sottrum kündigt an, das Thema nach der Kommunalwahl am 13. September 2026 mit Nachdruck im neuen Ortsrat zu verfolgen.